Findet Ihr auch dass die Vorweihnachtszeit immer wie ein Express Zug an uns vorbei rauscht? Kaum ist der November runter, rasen die Tage nur so vorbei und alles was man sich vorgenommen hat – auf die Feiertage freuen, sich Zeit für die Familie nehmen, in Ruhe die Geschenke vorbereiten und einfach mal entspannt zu Hause die vier Wände genießen – rückt in weite Ferne, da man sich doch wieder den gleichen Streß wie jedes Jahr macht. So geht es mir dieses Jahr zumindest. Und plötzlich öffnet man das letzte Türchen am Adventskalender und da ist Weihnachten auch schon wieder vorbei. Aber um nicht ganz dem Winterblues zu verfallen und doch noch in etwas vorweihnachtliche Stimmung zu kommen helfen mir immer wieder zwei Kleinigkeiten – die Billboard Christmas Charts ganz laut aufdrehen und die Backschürze umbinden! 

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Und da ich dieses Jahr nicht so ganz in Plätzchenbacklaune war, habe ich mich an einem anderen Weihnachtsklassiker versucht, der bei uns all die Jahre nur in gekaufter Form auf den Tisch kam. Doch ich durfte nach einigen Stunden des Bangens am Backofen feststellen, selber machen lohnt sich und wie! 

Baumkuchen

Rezept für zwei Springformen a 20cm

220g Mehl
250g Butter
100ml Sahne
200g Marzipan
230g Zucker
8 Eier
1 TL Vanillemark
1 Prise Salz
150g Stärke
1 Orange
20ml Rum
200g Vollmilch-/ Zartbitterkuvertüre

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1) Dann mal ran an den Kuchen – trennt zunächst 5 der Eier und schlagt die Eigelbe mit den übrigen Eiern, Zucker, Sahne, Marzipan, Vanillemark, Butter und dem Abrieb der Orange schaumig.
2) Danach könnt ihr die Eiweiße mit Salz steif schlagen und in den Teig Mehl und Stärke einsieben und dabei alles gründlich verrühren, damit sich keine Klümpchen bilden – in der Zwischenzeit heizt Euren Backofen auf 240°C Umluft vor.
3) Verfeinert Euren Baumkuchenteig mit Rum und hebt behutsam das Eiweiß unter – das war auch schon der leichte Teil, jetzt beginnt die Fleißarbeit.
4) Streicht Eure Springformen gründlich mit Butter aus und gebt jeweils die erste dünne Schicht (ca. 2 EL Teig) auf den Boden der Form und streicht alles glatt.
5) Backt die erste Lage Teig für 3 Minuten goldgelb – holt die Formen heraus [falls sich Luftbläschen gebildet haben stecht sie mit einer Gabel oder einem Metallspieß vorsichtig auf] und gebt die nächste dünne Lage Teig darauf [achtet beim verstreichen darauf die untere gebackene Lage Teig nicht zu zerreißen].
6) Dann heißt es nochmal für 3 Minuten backen und weiter mit der nächsten Teigschicht – wiederholt das Ganze so lang bis etwa 18-20 Lagen Teig in jeder Form sind [dann sollte auch der gesamte Teig vollständig aufgebraucht sein].
7) Nachdem auch die letzte Lage Teig gebacken ist, könnt ihr Eure Baumkuchen kurz abkühlen lassen – holt sie anschließend aus der Form und schneidet den äußeren dünnen Rand etwas ab.
8) Gebt die Baumkuchen im noch warmen Zustand in eine Tupperdose [damit sie schön saftig bleiben] und lasst sie darin einige Stunden abkühlen.
9) Jetzt könnt Ihr sie nach Herzenslust dekorieren – ich habe es dieses Jahr klassisch gehalten mit einer Schicht geschmolzener Kuvertüre und getrockneten Orangenscheiben.

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Traditionell wird der Baumkuchen an einem Spieß über offener Flamme gebacken – wie es einst zu dieser Zubereitungsart kam ist leider bis heute nicht genau bekannt. Doch der Baumkuchen hat sich alle die Jahre neben Lebkuchen und Plätzchen wacker als Lieblingsweihnachtsgebäck gehalten. Für mich ist er ein Stück Kindheitserinnerung, dass einfach zum Weihnachtsfest dazu gehört. Mein diesjähriger erster Backversuch am heimischen Ofen hat mich um die 3 Stunden gekostet, doch der Geschmack und das stolze Ergebnis sind jede Minute wert gewesen!  

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Mit diesem Rezept und einem guten Rutsch ins neue Jahr verabschiede ich mich mit meinem Lebkuchennest in den Weihnachtsurlaub und freue mich wieder im Jahr 2017 von Euch zu hören! 

Eure Bella